Gargi
20.06.2008, 13:03
http://www.myslug.de/fahnen/Opensuse_7.gif (http://www.opensuse.org)Erst einen Tag ist es her, dass Opensuse 11 (http://www.opensuse.org) nun veröffentlicht wurde. Zeit genug, die neue Distribution mit Stammsitz in Nürnberg genauer unter die Lupe zu nehmen. Wir testeten Opensuse auf einem intel 8400 Wolfdale, Gigabyte Mainboard P35-DS3, 4 GB OCZ RAM, EVGA GeForce 8800GT Grafik- und einer Audigy 4 Soundkarte. Zum Einsatz kommt Opensuse 11.0 64bit. Bereits vorinstalliert ist ein Windows XP und Windows Vista. Auf die zweite Festplatte im System, eine 500 GB Samsung soll sich dann Opensuse ausleben können.
Nachdem wir die Opensuse heruntergeladen und auf DVD gebrannt hatten konnte es schon losgehen. Der Installer kommt in einem neuen Design, und macht es selbst für Linux Anfänger einfach, das System zu konfigurieren. Sobald die wichtigsten Settings fertig eingestellt wurden konnte es losgehen. Opensuse braucht in der Basisinstallation ca. 2,5 GB Platz, nachdem ich einige zusätzliche Pakete gewählt habe, war ich bei 3,6 GB. Zudem wartet Opensuse mit dem neuen KDE4 auf, der auch designtechnisch auf die Distribution angepasst und für unseren Desktop ausgewählt wurde.
Die Installation benötigte auf unserem Testsystem vom Booten der DVD bis zum vollständigen Starten des KDE ca. 30 Minuten. Interessant war, dass das System nach der Basisinstallation der Pakete nicht einmal wirklich neu starten musste, sondern das Basissystem via Kexec (http://de.opensuse.org/Kexec) im Hintergrund den Installationskernel beendete und den Systemkernel hochfuhr.
Der KDE4 macht mit dem Opensuse 11 Design einen aufgeräumten und frischen Eindruck. Vor allem wirkt dieser in der Form nicht mehr wie eine halbfertige Baustelle. Ein sehr positiver Eindruck, den bisher dem KDE4 keine andere Distribution in meinen Augen vermitteln konnte.
Zudem konnte man oft in diversen Fachzeitschriften lesen, dass der neue KDE wesentlich flotter laufen sollte als sein Vorgänger. Opensuse 11 zeigt, dass dies auch der Fall ist. Anwendungen starten entsprechend fix und man hat kaum das Gefühl, das unser schneller Testrechner unter irgendeiner Bremse zu leiden hätte.
Der KDE4 ist natürlich noch nicht 100%ig fertig, bzw. noch nicht alle beliebte KDE3 Anwendung existieren schon in einer KDE4 Version. Dennoch können KDE3 Anwendungen verwendet werden und es ist sicherlich nur noch eine Frage der Zeit, bis diese vollständig umgesetzt sind.
Als Browser wird die Beta Version des Firefox 3 mit ausgeliefert. 64bit Nutzer können hier ein Problem mit diversen Plugins wie das Java Plugin bekommen. Doch Dank einer nachinstallierbaren 32bit Laufzeitumgebung kann auch ein Firefox in der 32bit Version einfach und unkompliziert installiert werden.
Ein wenig schluderig wirken die Schriften auf dem Desktop direkt nach der Installation. Aber wer hier mit ein paar kleinen Handgriffen nachbessert, bekommt eine scharfe Anzeige der Schriftarten ohne große Probleme hin:
http://www.gargi.org/stuff/opensuse11/impressions_1.png
(Nachgeschärft: Hier fallen Rechtschreibfehler noch schneller auf)
Wie man die Schriften in der Form aufbessert habe ich in entsprechenden Tutorials für Opensuse 11 anschaulich erklärt.
Mit an Bord ist natürlich wieder die zentrale Schaltzentrale, der YAST, der sämtliche Konfigurationen, die das System betreffen bündelt und übersichtlich gliedert. Somit entfällt das oftmals in anderen Distributionen nervige Gesuche nach diversen Konfigurationsprogrammen, die gerne in den Menüs der Distribution verstreut zu finden sind. Opensuse ist neben Mandriva hier eine Distribution, die es schafft, ein Linux auch für Einsteiger steuerbar zu halten.
Einzig die Konfigurationsmenüs der grafischen Benutzeroberfläche des KDE4 sind entkoppelt davon, da der YAST mehr für die Hardware und der globalen Linuxkonfiguration zuständig ist. Die KDE Konfiguration könnte in meinen Augen etwas aufgeräumter und logischer strukturiert sein. Hier besteht durchaus Nachbesserungsbedarf.
Bezüglich der Stabilität des KDE4 hat sich einiges getan. Einzig das eine oder andere Plasmoid schaffte es, einen kurzen Absturz des Desktops zu provozieren, der sich aber sauber wieder fängt, ohne neu sich einloggen zu müssen.
Unsere Audigy4 wurde zudem zwar sauber erkannt, durch eine falsche Einstellung im Mixer aber zunächst stumm. Nach ein paar zusätzlichen Klicks war der Sound dann wieder vorhanden. Apropos Sound: Der ALSA Soundserver macht unter dem KDE4 einen guten Klang. Auf einem Opensuse 10.3 kam es mit besagter Soundkarte sehr zu einem unschönen krachenden Ton, wenn die Höhen und Bässe zu weit aufgedreht wurden. Dies tritt jetzt nur noch auf, wenn die Karte tatsächlich übersteuert wird. Ansonsten ist es möglich, Musik und Videos mit einem satten und klaren Ton zu genießen.
NTFS Partitionen der Windows Installation werden sauber eingebunden. Mit root- Rechten sogar schreibend. Somit können zwischen den beiden Betriebssystem Welten flexibel Daten ausgetauscht werden. Was meiner Meinung nach trotz der mittlerweile stabilen Implementation des NTFS Zugriffes nicht zu ausgiebig passieren sollte, vornehmlich um vielleicht doch eine böse Überraschung ob des sehr komplexen NTFS Systems zu vermeiden.
Ein weiteres Ärgernis alter Opensuse Installationen war der openSUSE Updater. Dieser ist nun in einer neuen Version vorhanden, der deutlich schneller geworden ist, was man auch beim Paketmanagement merkt, wenn man dieses aus dem YAST heraus startet. Hier wurde deutlich nachgebessert. Die Repository und Paketverwaltung unter Opensuse ist Dank des YAST kein Hexwerk und unterstützt den User auch bei der Auflösung von Paketabhängigkeiten mit wertvollen Tipps. Ein Feature, von dem andere Distributionen durchaus was lernen können. Nutzer der 64bit Variante können auch hier einfach bei der Software zwischen der Installation von 32 oder 64bit Versionen umschalten, wenn es denn notwendig ist, wie teilweise bei diversen Browserplugins.
Fazit: Opensuse ist State of Art und lässt meiner Meinung nach ganz klar andere gut gelungen Distributionen wegen dem Komfort, dem Design und der Technik im Regen stehen. Opensuse 11 ist schnell, stabil, einsteigerfreundlich und schön. Ich vergebe die Note 1 für eine rundum gelungene Distribution.
http://www.gargi.org/stuff/opensuse11/impressions_2.png
(Schick: Plasma Desktop mit rotierbaren Plasmoids)
Eckdaten Opensuse 11:
Kernel: 2.6.25
KDE 4.0
KDE 3.5
Gnome 2.22
Firefox 3
Gimp 2.4.5
Openoffice 2.4
gcc 4.3
glibc 2.8
Kostenloser Download unter http://www.opensuse.org
[pk]
Nachdem wir die Opensuse heruntergeladen und auf DVD gebrannt hatten konnte es schon losgehen. Der Installer kommt in einem neuen Design, und macht es selbst für Linux Anfänger einfach, das System zu konfigurieren. Sobald die wichtigsten Settings fertig eingestellt wurden konnte es losgehen. Opensuse braucht in der Basisinstallation ca. 2,5 GB Platz, nachdem ich einige zusätzliche Pakete gewählt habe, war ich bei 3,6 GB. Zudem wartet Opensuse mit dem neuen KDE4 auf, der auch designtechnisch auf die Distribution angepasst und für unseren Desktop ausgewählt wurde.
Die Installation benötigte auf unserem Testsystem vom Booten der DVD bis zum vollständigen Starten des KDE ca. 30 Minuten. Interessant war, dass das System nach der Basisinstallation der Pakete nicht einmal wirklich neu starten musste, sondern das Basissystem via Kexec (http://de.opensuse.org/Kexec) im Hintergrund den Installationskernel beendete und den Systemkernel hochfuhr.
Der KDE4 macht mit dem Opensuse 11 Design einen aufgeräumten und frischen Eindruck. Vor allem wirkt dieser in der Form nicht mehr wie eine halbfertige Baustelle. Ein sehr positiver Eindruck, den bisher dem KDE4 keine andere Distribution in meinen Augen vermitteln konnte.
Zudem konnte man oft in diversen Fachzeitschriften lesen, dass der neue KDE wesentlich flotter laufen sollte als sein Vorgänger. Opensuse 11 zeigt, dass dies auch der Fall ist. Anwendungen starten entsprechend fix und man hat kaum das Gefühl, das unser schneller Testrechner unter irgendeiner Bremse zu leiden hätte.
Der KDE4 ist natürlich noch nicht 100%ig fertig, bzw. noch nicht alle beliebte KDE3 Anwendung existieren schon in einer KDE4 Version. Dennoch können KDE3 Anwendungen verwendet werden und es ist sicherlich nur noch eine Frage der Zeit, bis diese vollständig umgesetzt sind.
Als Browser wird die Beta Version des Firefox 3 mit ausgeliefert. 64bit Nutzer können hier ein Problem mit diversen Plugins wie das Java Plugin bekommen. Doch Dank einer nachinstallierbaren 32bit Laufzeitumgebung kann auch ein Firefox in der 32bit Version einfach und unkompliziert installiert werden.
Ein wenig schluderig wirken die Schriften auf dem Desktop direkt nach der Installation. Aber wer hier mit ein paar kleinen Handgriffen nachbessert, bekommt eine scharfe Anzeige der Schriftarten ohne große Probleme hin:
http://www.gargi.org/stuff/opensuse11/impressions_1.png
(Nachgeschärft: Hier fallen Rechtschreibfehler noch schneller auf)
Wie man die Schriften in der Form aufbessert habe ich in entsprechenden Tutorials für Opensuse 11 anschaulich erklärt.
Mit an Bord ist natürlich wieder die zentrale Schaltzentrale, der YAST, der sämtliche Konfigurationen, die das System betreffen bündelt und übersichtlich gliedert. Somit entfällt das oftmals in anderen Distributionen nervige Gesuche nach diversen Konfigurationsprogrammen, die gerne in den Menüs der Distribution verstreut zu finden sind. Opensuse ist neben Mandriva hier eine Distribution, die es schafft, ein Linux auch für Einsteiger steuerbar zu halten.
Einzig die Konfigurationsmenüs der grafischen Benutzeroberfläche des KDE4 sind entkoppelt davon, da der YAST mehr für die Hardware und der globalen Linuxkonfiguration zuständig ist. Die KDE Konfiguration könnte in meinen Augen etwas aufgeräumter und logischer strukturiert sein. Hier besteht durchaus Nachbesserungsbedarf.
Bezüglich der Stabilität des KDE4 hat sich einiges getan. Einzig das eine oder andere Plasmoid schaffte es, einen kurzen Absturz des Desktops zu provozieren, der sich aber sauber wieder fängt, ohne neu sich einloggen zu müssen.
Unsere Audigy4 wurde zudem zwar sauber erkannt, durch eine falsche Einstellung im Mixer aber zunächst stumm. Nach ein paar zusätzlichen Klicks war der Sound dann wieder vorhanden. Apropos Sound: Der ALSA Soundserver macht unter dem KDE4 einen guten Klang. Auf einem Opensuse 10.3 kam es mit besagter Soundkarte sehr zu einem unschönen krachenden Ton, wenn die Höhen und Bässe zu weit aufgedreht wurden. Dies tritt jetzt nur noch auf, wenn die Karte tatsächlich übersteuert wird. Ansonsten ist es möglich, Musik und Videos mit einem satten und klaren Ton zu genießen.
NTFS Partitionen der Windows Installation werden sauber eingebunden. Mit root- Rechten sogar schreibend. Somit können zwischen den beiden Betriebssystem Welten flexibel Daten ausgetauscht werden. Was meiner Meinung nach trotz der mittlerweile stabilen Implementation des NTFS Zugriffes nicht zu ausgiebig passieren sollte, vornehmlich um vielleicht doch eine böse Überraschung ob des sehr komplexen NTFS Systems zu vermeiden.
Ein weiteres Ärgernis alter Opensuse Installationen war der openSUSE Updater. Dieser ist nun in einer neuen Version vorhanden, der deutlich schneller geworden ist, was man auch beim Paketmanagement merkt, wenn man dieses aus dem YAST heraus startet. Hier wurde deutlich nachgebessert. Die Repository und Paketverwaltung unter Opensuse ist Dank des YAST kein Hexwerk und unterstützt den User auch bei der Auflösung von Paketabhängigkeiten mit wertvollen Tipps. Ein Feature, von dem andere Distributionen durchaus was lernen können. Nutzer der 64bit Variante können auch hier einfach bei der Software zwischen der Installation von 32 oder 64bit Versionen umschalten, wenn es denn notwendig ist, wie teilweise bei diversen Browserplugins.
Fazit: Opensuse ist State of Art und lässt meiner Meinung nach ganz klar andere gut gelungen Distributionen wegen dem Komfort, dem Design und der Technik im Regen stehen. Opensuse 11 ist schnell, stabil, einsteigerfreundlich und schön. Ich vergebe die Note 1 für eine rundum gelungene Distribution.
http://www.gargi.org/stuff/opensuse11/impressions_2.png
(Schick: Plasma Desktop mit rotierbaren Plasmoids)
Eckdaten Opensuse 11:
Kernel: 2.6.25
KDE 4.0
KDE 3.5
Gnome 2.22
Firefox 3
Gimp 2.4.5
Openoffice 2.4
gcc 4.3
glibc 2.8
Kostenloser Download unter http://www.opensuse.org
[pk]